Dienstag, 11. August 2015

[Interview] Jessie Weber


Interview mit Jessie Weber

Hallo,
Danke dass du dir die Zeit nimmst für dieses Interview. Am besten wir fangen mal mit einer einfachen Frage an.
Frage Nummer 1:
Wie bist du zum Schreiben gekommen? Durchs lesen, oder war dir von Anfang an klar, dass du Schriftstellerin werden möchtest?
Antwort:
Ich habe immer viel gelesen; als Einzelkind auf dem Dorf war es die einfachste Möglichkeit, in Gesellschaft zu sein ;-) Nee, ich hatte natürlich auch Freunde! Aber wenn diese mal keine Zeit hatten, waren die Bücher ein wertvoller Ersatz. Zuerst habe ich nur in Gedanken, abends vor dem Einschlafen, die tagsüber gelesenen Geschichten fortgesetzt und mir weitere Abenteuer für meine liebsten Hauptfiguren ausgedacht. Irgendwann fing ich dann an, ganz eigene Geschichten zu erfinden und aufzuschreiben. Der Wunsch nach einer Veröffentlichung kam dann erst viel später.


Frage Nummer 2:
Brauchst Du Ruhe beim Schreiben oder läuft Musik im Hintergrund?
Antwort:
Ich brauche Ruhe, deshalb bevorzuge ich die ganz frühen Morgenstunden. Da akzeptiere ich nur das Geplapper meiner Wellensittiche :-)

Frage Nummer 3:
Bist du auch so ein Kaffee Trinker wie viele andere Autoren?
Antwort:
Absolut! Allerdings mag ich beim Schreiben die „leckeren“ Sachen mit viel Milchschaum. Da geht es weniger um das Koffein als vielmehr um den Genuss. Bei meiner Arbeit im Büro trinke ich viel normalen Kaffee. Den finde ich zwar nicht lecker, aber da brauche ich ihn als Wach-Mittel. Beim Schreiben bleibe ich von alleine wach!

Frage Nummer 4:
Sind deine Protas reine Fiktion oder stehen Freunde/Bekannte sozusagen Pate?
Antwort:
Meine Geschichten entstehen so, dass ich plötzlich ein Bild, eine Art „Vision“ von meiner Hauptfigur habe, die irgendwo steht und irgendetwas tut. Das spinne ich dann weiter. Reale Personen nehme ich mir nie zum Vorbild, wohl aber Situationen, in denen Freunde/Bekannte schon einmal waren. So kam es zum Beispiel, dass in einer meiner Geschichten mein Protagonist eine sehr depressive Phase hatte - es ging damals einer Bekannten so, und da ich das schwer verarbeiten konnte, ist es wohl in die Geschichte eingeflossen.

Frage Nummer 5:
Wie sieht der Alltag einer Autorin aus?
Antwort:
Ich bin leider keine hauptberufliche Autorin, sondern habe zwei ganz normale Bürojobs, Familie und nebenbei noch einige zeitraubende Hobbys. Mein Schreib-Alltag sieht so aus, dass ich um 5.30 Uhr aufstehe und direkt an den PC gehe. Wenn ich Glück habe, kann ich mich rechtzeitig losreißen, um um 8 Uhr bei der Arbeit zu sein. Meistens klappt es, aber manchmal merke ich um 7.40 Uhr auch, dass ich noch nicht geduscht habe. Da ist es viel wert, dass ich eine sehr liebe Chefin habe!

Frage Nummer 6:
Und gibt es bestimmte Dinge die dich zu deinen Büchern inspirieren?
Antwort:
Wie oben schon erwähnt, erscheint mir die Hauptfigur quasi wie eine Vision, und Erlebnisse, mit denen ich konfrontiert bin, fließen mit in die Geschichten ein. Ansonsten finde ich Orte sehr inspirierend, fremde Länder, alte Gemäuer, Städte mit Geschichte.

Frage Nummer 7:
Brauchst du zwischen den Büchern auch Pause oder kannst du gleich weiter schreiben?
Antwort:
Das ist verschieden. Ich habe gerade Teil 2 zu meinem jetzt veröffentlichten Buch fertig geschrieben, und die Ideen für einen Teil 3 sprudeln so heftig, dass ich am liebsten sofort weiterschreiben würde. Ich brauche jetzt aber ein bisschen Zeit zum Überarbeiten - und für die Werbung für Buch 1 ;-)
Ich kann mir aber vorstellen, dass ich nach Teil 3 erstmal in ein Loch fallen und nichts mehr schreiben werde. Aber dann wartet noch ein anderes Manuskript darauf, überarbeitet zu werden. Es wird also nie langweilig!

Frage Nummer 8:
Wann kommst du auf den Titel des Buches? Am Anfang des Schreibens? Oder ganz am Ende? Oder vielleicht auch mittendrin?
Antwort:
Am Ende. Während ich daran arbeite, speichere ich meine Bücher unter dem Namen der Hauptfigur ab. Der Titel kommt dann irgendwann, wenn die ganze Geschichte erzählt ist.

Frage Nummer 9:
Welche anderen Autoren liest Du selbst?
Antwort:
Ich liebe die Bücher von Andrea Schacht, Charlotte Lyne, Tanja Kinkel. Das wäre der historische Bereich.  Dann darf auch gern ab und zu ein Jugendbuch dazwischen sein, von Kai Meyer oder Cornelia Funke zum Beispiel. Ansonsten verschlinge ich die „Flavia de Luce“-Reihe von Alan Bradley - obwohl ich mich vor Krimis sonst fürchterlich grusele. Mein ungeschlagenes Lieblingsbuch aller Zeiten ist „Wer Liebe verspricht“ von Rebecca Ryman.

Frage Nummer 10:
Wenn Du ein Buch anfängst und das Ende geplant hast - kann es im Laufe des Schreibens passieren, dass Du das Ende umplanst? Oder hast Du nur eine grobe Übersicht was passieren soll?
Antwort:
Ich habe eine grobe Übersicht und versuche, mich daran zu halten. Es kann aber passieren, dass eine Figur sich verselbstständigt und plötzlich - wie in dem eben beendeten Teil 2 - einen Mord begehen will, den ich eigentlich gar nicht geplant hatte. Ich verhindere ihn dann natürlich, denn ich bin ja der Chef meiner Geschichte! Aber den Versuch konnte ich der Figur nicht ausreden …

Frage Nummer 11:
Wie viel steckt von dir selbst in den Protagonisten?
Antwort:
Sollte etwas von mir in den Protagonisten stecken, so ist das jedenfalls nicht beabsichtigt … Mir wäre da jetzt nichts bewusst, aber vielleicht kann ich das auch einfach nicht so gut beurteilen.

Frage Nummer 12:
Über welches Genre schreibst du am liebsten?
Antwort:
Da ich am liebsten historische Romane lese, ist es für mich auch naheliegend, in diesem Genre zu schreiben. Obwohl man sich da mit so vielen genialen Autoren messen muss! Aber ich liebe es einfach, die vergangenen Zeiten zum Leben zu erwecken.

Dankeschön für das Interview Jessie Weber.
Ich hoffe wir hören bzw. lesen noch viel von dir.
Schöne Grüße
Isabel

Vielen Dank, liebe Isabel, dass auch ich als Neuling bei dir zu Wort komme! Die Beantwortung deiner tollen Fragen hat mir viel Spaß gemacht!

Bücher:
 
- Töchter der Tide, historischer Roman, Frauen-/Familienschicksal
August 2015, E-Book, Verlag Forever by Ullstein

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***HUHU, ich freue mich sehr das du den Weg zu mir gefunden hast. Über einen Kommentar würde ich mich sehr freuen. Schöne Grüße Isabel***