Dienstag, 29. September 2015

[Interview] Alice Höller

Interview mit Alice Höller

Hallo,
Danke dass du dir die Zeit nimmst für dieses Interview. Am besten wir fangen mal mit einer einfachen Frage an.
Warum? Traust du uns keine schweren zu? ;-)

Frage Nummer 1:
Wie bist du zum Schreiben gekommen? Durchs lesen, oder war dir von Anfang an klar, dass du Schriftstellerin werden möchtest?
Antwort:
Eigentlich weder noch ;-) Ich hatte einen ganz „normalen“ Job, und plötzlich Ideen für Kinderkurzgeschichten, die ließ ich alle so aus mir heraus sprudeln und verteilte sie großzügig an die Mütter meiner Umgebung ;-) Als ich selber Mama war, holte ich sie irgendwann aus der berühmten Schublade raus – die Geschichten, nicht die Kinder – und las sie vor. Eine Geschichte hat unter allen anderen besonders hervorgestochen: „Ben und das kleine Mumselmonster Fritzipold!“ dieses Kerlchen sollte eigentlich Kindern die Angst vor Monstern nehmen und enthielt im Groben die Aussage, dass es genauso wenig böse Monster wie Kinder gibt. Diese Geschichte gefiel meinen Kindern so gut, dass sie mehr von Fritzipold hören wollten, das war der Beginn meines Mumselchens :)

Frage Nummer 2:
Brauchst Du Ruhe beim Schreiben oder läuft Musik im Hintergrund?
Antwort:
Das ist unterschiedlich. Mal liebe ich all die Geräusche im Hintergrund, die meine Familie so im Alltag von sich gibt und ein anderes Mal muss es mucksmäuschenstill sein :D Wenn ich an emotionalen Szenen arbeite – in „Amritamyen – das gefallene Einhorn“, z.B. hab ich eine Beisetzung beschrieben, da brauche schon mal die Hilfe der dazu passenden Musik, um mich „in Stimmung“ zu versetzen.

Frage Nummer 3:
Bist du auch so ein Kaffee Trinker wie viele andere Autoren?
Antwort:
Noch lieber trinke ich Cappuccino ;-)
Liegt wohl daran, dass ich noch nicht die Nächte durch schreiben kann, wie viele meiner Kollegen ;-) Übrigens ganz schön klischeehaft ;-)


Frage Nummer 4:
Sind deine Protas reine Fiktion oder stehen Freunde/Bekannte sozusagen Pate?
Antwort:
Fritzipold spiegelt einiges meiner Kinder wider. Genau das hält ihn wohl auch so lebendig!

Frage Nummer 5:
Wie sieht der Alltag einer Autorin aus?
Antwort:
Ich denke, der ist bei jedem anders strukturiert und lässt sich nicht auf das Berufliche reduzieren.
Ich habe genauso meine Pflichten, da ich in erster Linie Mama von 2 wundervollen Töchtern und Ehefrau eines tollen Gatten bin, ich besetze einige Ehrenämter (z.B. in der Schulbücherei, usw.) in der Schule, führe meinen Haushalt – oder soll ich sagen ich manage unser Familienunternehmen? ;-) Und versuche möglichst an den paar ruhigen Vormittagen, die mir bleiben, zu schreiben. Manchmal schreibe ich auch mitten am Nachmittag oder abends „nur noch eben schnell eine Szene“ :D
Mein Alltag ist genauso wie ich ihn brauche: abwechslungsreich und bunt – man weiß nie so genau, was als nächstes kommt/passiert :)


Frage Nummer 6:
Und gibt es bestimmte Dinge die dich zu deinen Büchern inspirieren?
Antwort:
Hmmm, ja, manche Themen inspirieren mich schon – gerade für den Kinderbereich. Da schnappe ich häufiger Themen auf, die meine Kinder, ihre Freunde oder Klassenkollegen gerade bewegen und versuche sie in einem Buch als Hauptthema oder als Nebenthema zu „thematisieren“
Gerade so Themen, die unter die Haut gehen „Fritzipold – Hör auf deinen Bauch!“ – hier werden die Kinder stark gemacht auch mal NEIN oder STOPP zu sagen, „Fritzipold – Ich hab dich im Herzen!“ Wenn es um den Tod und/oder die Demenz geht oder auch „STOPP!“ Ein Buch für Jugendliche, wo es um Figurprobleme, erste Alkoholerfahrungen und Mobbing geht, sind mir einfach sehr wichtig! Ich möchte versuchen den Kindern wertvolle Werte mit auf dem Weg zu geben, ihnen zu helfen NICHT abzurutschen oder sich in unnötige Gefahren zu begeben … Gerade zu solchen Themen hole ich mir IMMER die Hilfe von Fachleuten, weil ich mir meiner Verantwortung durchaus bewusst bin … Oder jetzt arbeite ich aktuell an einem Schulbuch „Der falsche Klick!“ – gefahren, die im Internet lauern können … Auch hier wieder mit guten Fachleuten … Ich denke manche Kinder und auch Eltern können einfach diesen Stups gebrauchen, gewisse Dinge mit anderen Worten erklärt zu bekommen …
Dann gibt’s es wieder andere Bücher, die ich einfach nur schreibe, weil mir danach ist :)


Frage Nummer 7:
Brauchst du zwischen den Büchern auch Pause oder kannst du gleich weiter schreiben?
Antwort:
Meist schreibe ich sogar an verschiedenen Büchern/Projekten gleichzeitig :-) Da ich nicht täglich schreibe, sondern so, wie „es gerade kommt“, ist das sehr hilfreich, da ich nichts erzwingen möchte.

Frage Nummer 8:
Wann kommst du auf den Titel des Buches? Am Anfang des Schreibens? Oder ganz am Ende? Oder vielleicht auch mittendrin?
Antwort:
Ja :-D Passt alles (sowohl als auch :D - das ist immer ganz unterschiedlich, nicht immer wird der Arbeitstitel auch zum Buchtitel)

Frage Nummer 9:
Welche anderen Autoren liest Du selbst?
Antwort:
Robert Herbig (den gibt es übrigens auch hier auf fb – tolle Krimis und andere Bücher ;-) ), Doreen Virtue, Cecile Ahern, Louise Hail, ...Ich habe sogar Shades of Grey gelesen :D

Frage Nummer 10:
Wenn Du ein Buch anfängst und das Ende geplant hast - kann es im Laufe des Schreibens passieren, dass Du das Ende umplanst? Oder hast Du nur eine grobe Übersicht was passieren soll?
Antwort:
Normalerweise nenne ich das Schreiben „aktives Lesen“ heißt meine Bücher -insbesondere meine Romane - entwickeln sich beim/während des Schreibens, das ist es, was ich besonders daran liebe – ich weiß selber nicht, was als nächstes passiert.
Wenn ich – gerade bei Themen, die ich mit Fritzipold aufgreife – schon ein grobes Ende im Kopf hab, ändert sich das eher selten – kann aber auch schon mal vorkommen :)


Frage Nummer 11:
Wie viel steckt von dir selbst in den Protagonisten?
Antwort:
Naja, sagen wir mal so – es steckt eine ganze Menge Herzblut von mir in jedem meiner Bücher! (Damit auch in jedem meiner Protas) aber was Charakterzüge betrifft, ist das schwer zu definieren.

Frage Nummer 12:
Über welches Genre schreibst du am liebsten?
Antwort:
In welchem Genre ich am liebsten schreibe? Das kann ich bisher noch nicht sagen – ich habe sie noch nicht alle getestet :D Ich denke man sollte erst etwas versuchen, ehe man drüber urteilt. Ich habe mich bisher in Fantasy versucht, was mir gefällt, ich werde noch in chik-lit einen Schritt wagen, für Kinder / Jugendliche schreibe ich natürlich auch sehr gerne, bei Krimis brauche ich noch etwas Hilfe – da fehlt mir nämlich der Weitblick, und zu den anderen Genres bin ich schreibtechnisch noch nicht all zu weit vorgedrungen. Ich glaube ich hätte im historischen Bereich arge Probleme, weil man da ziemlich genau und viel recherchieren muss, wobei ich mir vorstelle, dass mich das vom Schreiben eher abhalten/ablenken würde. Pornografisches würde ich wohl auch nicht schreiben wollen und können, behaupte ich mal ohne es vorher probiert zu haben :D (was eine gewisse Erotik in meinen Büchern nicht ausschließen muss – aber zwischen Erotik und Pornografie liegen doch ein paar Welten ;-) )

Dankeschön für das Interview Alice Höller.
Sehr gerne <3
Ich hoffe wir hören bzw. lesen noch viel von dir.
Danke, das hoffe ich auch <3
Schöne Grüße
Isabel

Bücher:
Alle unter „Schmökereien“ aufgeführten Bücher meiner HP: www.fritzipold.de – einschließlich der Bücher, in denen ich als Gastautorin mitwirken durfte und einer Geschichte auf der Homepage einer lieben Bekannten „Einen Elefanten bitte“
Bzw. wenn man bei Amazon, Weltbild etc. unter „Alice Höller“ sucht <3

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***HUHU, ich freue mich sehr das du den Weg zu mir gefunden hast. Über einen Kommentar würde ich mich sehr freuen. Schöne Grüße Isabel***