Dienstag, 6. Oktober 2015

[Interview] Heike Oldenburg

Interview mit Heike Oldenburg
Hallo,
Danke dass du dir die Zeit nimmst für dieses Interview. Am besten wir fangen mal mit einer einfachen Frage an.


Frage Nummer 1:
Wie bist du zum Schreiben gekommen? Durchs lesen, oder war dir von Anfang an klar, dass du Schriftstellerin werden möchtest?
Antwort:
Erst einmal herzlichen Dank für die Einladung zu diesem Interview! Ich habe schon als kleines Kind Bücher regelrecht verschlungen und meine Eltern haben mir so oft es ging neue gekauft. Mit dem Schreiben habe ich schon zu Schulzeiten begonnen, da jedoch eher im Literaturunterricht. An den Beruf des Schriftstellers hatte ich nie wirklich gedacht; es passierte dann einfach an einem kalten Winterabend 2011, als ich meinen ersten Roman begann. Die Idee dafür hatte ich spontan, damals wollte ich „nur mal gucken, was draus wird“.



Frage Nummer 2:
Brauchst Du Ruhe beim Schreiben oder läuft Musik im Hintergrund?
Antwort:
Das kommt ganz auf meine jeweilige Stimmung an. Manche Szenen schreiben sich besser mit Musik (die ich je nach Bedarf speziell zusammenstelle) und manche gelingen ohne besser. Wenn ich gerade wirklich in den Text vertieft bin, bekomme ich ohnehin kaum etwas anderes mit.


Frage Nummer 3:
Bist du auch so ein Kaffee Trinker wie viele andere Autoren?
Antwort:
Oh, ich liebe Kaffee! Jedoch wird er meist kalt, weil ich vergesse ihn zu trinken. Oder ich leere die Tasse völlig unbewusst, so dass ich mich frage, wie das nur passieren konnte. Kaffee ist mein liebstes Heißgetränk und wirklich unentbehrlich, jedoch nicht wegen des Koffeins sondern weil ich den Geschmack einfach liebe. Köstlich!


Frage Nummer 4:
Sind deine Protas reine Fiktion oder stehen Freunde/Bekannte sozusagen Pate?
Antwort:
Freunde und Bekannte stehen nicht direkt Pate, liefern aber manchmal die zündenden Ideen, die zu der Erschaffung von Charakteren führen. So riet mir mein Bruder einmal, ich solle einen „durchgeknallten, irren“ Charakter in meinen ersten Roman einfügen. Das tat ich dann und „Groll“ war geboren. Den hätte es ohne diese coole Idee nicht gegeben.


Frage Nummer 5:
Wie sieht der Alltag einer Autorin aus?
Antwort:
Solange man vom Schreiben nicht leben kann, so wie der jedes anderen Menschen auch. Aufwachen oder es zumindest versuchen, anziehen, ins Bad, frühstücken, zur Arbeit fahren, nach Hause kommen, völlig erledigt sein, Haushalt machen, kochen, schreiben, schlafen. Repeat.


Frage Nummer 6:
Und gibt es bestimmte Dinge die dich zu deinen Büchern inspirieren?
Antwort:
Bestimmte meist nicht, eher unbestimmte. Flüchtige Gedanken, an denen man plötzlich hängen bleibt, weil einem die Möglichkeiten bewusst werden. Ich habe meist eher so etwas wie Tagträume, in den ich mir Szenen vorstelle, die dann die Basis einer Geschichte bilden. Sozusagen sind das meine Inspirationen. Manchmal kommen mir Ideen aber auch völlig unverhofft und plötzlich, wenn ich etwas sehe, höre oder sonst wie wahrnehme, was dann eine Idee anstößt. Man kann das nur schwer erklären, wenn man das selbst noch nie erlebt hat. Jedoch habe ich, im Gegensatz zu vielen anderen Autoren, keine Träume, die ich dann nachts auf bereitliegendes Papier niederschreibe.


Frage Nummer 7:
Brauchst du zwischen den Büchern auch Pause oder kannst du gleich weiter schreiben?
Antwort:
Das kommt immer ein bisschen darauf an, wie sehr mich die Geschichte im Griff hatte, wie sehr ich da also emotional auch dran hänge. Es gibt manche, die sind intensiver als andere. Generell versuche ich schon, nicht allzu viel Zeit vergehen zu lassen. Aber manche Charaktere sind eben hartnäckiger als andere und weigern sich, einfach so ihren Platz an andere abzutreten.


Frage Nummer 8:
Wann kommst du auf den Titel des Buches? Am Anfang des Schreibens? Oder ganz am Ende? Oder vielleicht auch mittendrin?
Antwort:
Die Titelwahl oder auch: Höllenqualen die 1.
Ich hatte bei meinem ersten Roman bis zum Schluss gar keine Ahnung, wie ich es nennen wollte. Ich schreibe mir alle Ideen dafür auf und schaue, was davon wirklich passt und was sich auch gut anhört, weil das manchmal nicht das Gleiche ist. Ich finde Titelwahl und den richtigen Klappentext zu finden viel schwerer, als das ganze Buch zu schreiben. Darum bekam mein erster Roman auch erst dann den Titel, als ich das Cover in Auftrag gegeben habe. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich es einfach noch nicht. Als ich dann „musste“, hat es geklappt.


Frage Nummer 9:
Welche anderen Autoren liest Du selbst?
Antwort:
Oha, ähm….viele? Ich habe über 1.000 Bücher, also dürfte da jede Menge Prominenz vertreten sein. Natürlich Stephen King, ganz klar. Elizabeth Gilbert, John Grisham, Simon Beckett, Ken Follett, Charlotte Link, Don Winslow, Anonymous … die Liste kann ich endlos erweitern. Ich lese generell alles querbeet; auch Indies, natürlich! Gretel Pohlmann z.B oder auch Christine Erdic und Isabella Muhr. Ach, es gibt zu viele gute Bücher und Autoren da draußen. Ich müsste bestimmt 10.000 Jahre alt werden, um sie alle zu lesen. Das Leben ist eindeutig zu kurz!


Frage Nummer 10:
Wenn Du ein Buch anfängst und das Ende geplant hast - kann es im Laufe des Schreibens passieren, dass Du das Ende umplanst? Oder hast Du nur eine grobe Übersicht was passieren soll?
Antwort:
Hm. Gute Frage. Ich habe meistens eine grobe (sehr grobe!) Idee im Kopf, in welche Richtung die Geschichte gehen wird. Bei meinem ersten Roman wusste ich, dass ich ein bestimmtes Ende erreichen wollte, der Weg dahin hatte jedoch jede Menge ungeplante Überraschungen.
Ich plane meine Geschichten nur in sehr groben Zügen. Ständig erfinde ich neue Figuren in dem Moment, in dem sie auftauchen, ohne, dass ich sie je geplant hätte. Die Handlung überrascht mich dadurch immer wieder selbst. Manchmal bringt mich das in Situationen wo ich mir denke: „Oh man, wie biege ich das nun wieder hin?!“
Aber irgendwie fügt sich am Ende alles zusammen, was natürlich eine riesen Erleichterung ist!


Frage Nummer 11:
Wie viel steckt von dir selbst in den Protagonisten?
Antwort:
Alles. Aber wohl dosiert, ich will ja niemanden traumatisieren. Nein, ernsthaft: Viel von dem, wie sich meine Charaktere verhalten, was sie denken oder fühlen ist schon sehr authentisch. Jeder Mensch hat viele Facetten in seiner Persönlichkeit, auch die, die wir nicht so gern zugeben wollen. Aber Ecken und Kanten machen die Figuren ja erst lebendig. Das starke Gerechtigkeitsempfinden von Sophie, der Protagonistin meines ersten Romans, ist tatsächlich etwas, was ich auch im wahren Leben so sehe.


Frage Nummer 12:
Über welches Genre schreibst du am liebsten?
Antwort:
Fantasy, eindeutig. Weil ich da total frei sein kann; mir stehen Milliarden von Möglichkeiten offen, die ich so sonst nicht habe. Ich kann Geschichten weben, Welten erschaffen und mir Charaktere ausdenken, die einfach unglaubliche Dinge erleben. Jeder Tag, jede Zeile ist eine Reise in eine Welt voller Wunder, Abenteuer und Geheimnisse. Das Schöne an diesem Genre ist, dass man keine Grenzen hat. Du willst auf Drachen fliegen? Kein Problem! Einen König stürzen? Los geht’s. Du willst eine Hexe sein? Oder ein Kobold? Sofort! Ich liebe es einfach! Und ich hoffe, dass man das auch in meinen Geschichten merkt.


Dankeschön für das Interview Heike Oldenburg.
Ich hoffe wir hören bzw. lesen noch viel von dir.
Schöne Grüße 

Isabel

Herzlichen Dank für die tollen, spannenden Fragen! Es hat mich sehr gefreut, dabei zu sein!

Bücher:

Das Herz der Magie: Sophies Reise durch Andareth

ISBN-13: 978-3734753985 (Taschenbuch, Softcover, 13,99€)
Oder als E-Book im Kindleformat: 3,99€
Jeweils bei Amazon erhältlich oder über den Buchhandel bestellbar.


Klappentext:
Die achtjährige Sophie gelangt durch einen mysteriösen Anhänger nach Andareth, der Heimat aller magischen Wesen. Doch sie sind in großer Gefahr! Wenn die uralte Prophezeiung stimmt, dann steht dieser und Sophies Welt etwas Schreckliches bevor! Wird sie es schaffen, die Magie zu befreien? Und was hat es mit dem Anhänger auf sich? Gemeinsam mit einer Feenkatze, einem Waldschrat und einem übellaunigen Drachen macht sie sich auf den Weg. Dabei weiß sie nicht, ob sie je wieder nach Hause finden wird … Beeil dich, Sophie! Die Dunkelheit kommt näher...

Ein weiterer Titel ist derzeit in Arbeit und wird voraussichtlich im Herbst erscheinen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

***HUHU, ich freue mich sehr das du den Weg zu mir gefunden hast. Über einen Kommentar würde ich mich sehr freuen. Schöne Grüße Isabel***