Dienstag, 24. November 2015

[Interview] Mary Cronos



Interview mit Mary Cronos

Hallo,
Danke dass du dir die Zeit nimmst für dieses Interview. Am besten wir fangen mal mit einer einfachen Frage an.

Frage Nummer 1:
Wie bist du zum Schreiben gekommen? Durchs lesen, oder war dir von Anfang an klar, dass du Schriftstellerin werden möchtest?
Antwort:
Oho! Und das ist bei Dir die einfache Frage? :-) Solange ich denken kann, liebe ich es, Bilder zu erschaffen – vor den Augen und in den Köpfen der Menschen. Ich fing an zu schreiben, bevor ich auch nur einen Buchstaben konnte; noch bevor ich eine Kamera richtig halten konnte, machte ich meine ersten Bilder (mein Vater fand das gar nicht lustig. Ich glaube, er hatte Angst um seine Kamera).
Aber nichts desto trotz hat mich das Lesen dazu gebracht, wirklich Autorin werden zu wollen. Das Lesen und auch RPGs in Foren. Figuren erschaffen und ihnen eine Lebensgeschichte geben, das hat mir immer mehr Spaß gemacht. Man könnte sagen: Das Lesen und das Nachspielen von bereits existenten Geschichten hat mir irgendwann nicht mehr gereicht.

Frage Nummer 2:
Brauchst Du Ruhe beim Schreiben oder läuft Musik im Hintergrund?
Antwort:
Das ist ganz unterschiedlich. Je nach Szene und der dazu passenden Stimmung. Am besten kann ich in der Berliner U-Bahn schreiben. Das ist die perfekte Mischung aus „mitten im Leben“ und „in Ruhe gelassen werden“. Da brauche ich dann auch keine Musik. Da reicht mir die Melodie des Alltags.

Frage Nummer 3:
Bist du auch so ein Kaffee Trinker wie viele andere Autoren?
Antwort:
Brrr. Ich bin zum Glück sowohl durch mein Studium als auch durch das Bücher Schreiben nie dazu gebracht worden, Kaffee zu trinken. Der ist mir selbst als Schokochino mit fünf Stück Würfelzucker noch zu süß. Zudem scheint Koffein sowieso eine eher marginale Wirkung auf mich zu haben. Ich bin da eher ein Schoko-Suchti. Den anderen ihr Kaffee ist mir ein süßer Kinderriegel (oder zwei... oder drei...).

Frage Nummer 4:
Sind deine Protas reine Fiktion oder stehen Freunde/Bekannte sozusagen Pate?
Antwort:
Ich glaube, jeder Mensch, der einem Autoren begegnet, läuft Gefahr, auf die eine oder andere Weise in einem Buch aufzutauchen. Selbst völlig erfundene Charaktere sind doch immer von Erfahrungen und Erinnerungen des Autors geprägt.
Besonders verrückt ist hier allerdings die Geschichte um meinen Charakter Dariel Seine (einer der beiden Protagonisten aus meiner Fantasyreihe Nafishur): Ich habe ihn (damals hieß er noch Darius) vor knapp zehn Jahren erfunden und mir dann für ein RPG mit Freunden ausgeliehen. Dieses RPG ist der Ursprung von Nafishur und damit wurde Darius plötzlich zu Dariel und bekam eine neue Geschichte. Was blieb, war sein Look. Als ich 2011 durch das Abendprogramm zappte, landete ich bei The Vampire Diaries und bekam den Schreck meines Lebens. Ich sah direkt in Dariels Augen. Nur dass es dort die von einem gewissen Damon Salvatore waren. Ich hatte ihn – ohne diese Figur zu kennen – eins zu eins beschrieben, als hätte ich ein Foto neben mir gehabt.
Es geht also auch andersherum: Plötzlich tauchen Personen auf, die man sich vorher ausgedacht hat. ;-)

Frage Nummer 5:
Wie sieht der Alltag einer Autorin aus?
Antwort:
Noch so eine gute, aber schwierige Frage. Genaugenommen versuche ich das auch gerade herauszufinden. Mein Examen liegt gerade hinter mir und endlich darf ich mich auf das konzentrieren, was ich liebe: Das Schreiben. Und meine Kunst. Denn ich bin keine reine Autorin. Wie schon erwähnt, ist das nur einer meiner Wege, Bilder aus meinem Kopf in die anderer Menschen zu bekommen.
Ich denke, regelmäßige Treffen mit meiner Agentin gehören für mich dazu. Die sind jedes Mal unglaublich inspirierend und motivierend. Lesen ist auch ein wichtiger Bestandteil. Das schöne ist: Autoren können lesen so viel sie wollen und immer sagen: Das ist eine Weiterbildung, rein geschäftlich. :-P Und selbstverständlich das Schreiben und Ideen sammeln und sortieren. Ich habe mir das Ziel gesetzt, wirklich täglich zu schreiben. Egal, wie die Stimmung ist, egal, ob es so schlecht ist, dass ich den Text mit großer Wahrscheinlichkeit wieder löschen werde. Auf diese Weise bleibt man in seiner Geschichte und verliert nicht den Anschluss (meine Charaktere neigen dazu, ihre Geschichten selbst weiterzuspinnen. Ich muss sehr aufpassen, damit sie nicht anstellen, was ich so nicht geplant habe).

Frage Nummer 6:
Und gibt es bestimmte Dinge die dich zu deinen Büchern inspirieren?
Antwort:
Auf jeden Fall. Eigentlich so ziemlich alles. Von einem flirtenden Pärchen in der S-Bahn bis zu Spatzen vor dem Wohnzimmerfenster. Bei mir reicht meist ein Bild, ein Augenblick, ein einzelner Satz und in meinem Hinterkopf springt eine Ideenproduktionsmaschine an. Deshalb liegen bei mir auch in allen Zimmern Notizblöcke und Stifte. Ich ärgere mich nämlich über kaum etwas mehr, als über eine schöne Szene, die ich wieder vergesse, bevor ich sie aufschreiben kann.

Frage Nummer 7:
Brauchst du zwischen den Büchern auch Pause oder kannst du gleich weiter schreiben?
Antwort:
Bisher brauchte ich noch keine Pausen. Es ist sogar so, dass ich an verschiedenen Büchern gleichzeitig schreibe. Ich denke, das ist auch eine Frage der Gewöhnung. Ich lese auch gern verschiedene Bücher gleichzeitig – wähle mir je nach Stimmung ein anderes. So geht es mir beim Schreiben auch. Es muss keine Pause dazwischen sein, aber ich muss in der Stimmung sein für die Figuren, mit denen ich mich beschäftigen will.

Frage Nummer 8:
Wann kommst du auf den Titel des Buches? Am Anfang des Schreibens? Oder ganz am Ende? Oder vielleicht auch mittendrin?
Antwort:
Das ist ganz verschieden. Manchmal hab ich sogar nur einen Titel im Kopf, der mir gefällt und ich überlege dann, welche Geschichte sich dahinter verbergen könnte. Manchmal fällt in einem Kapitel ein bestimmtes Wort oder ein bestimmter Satz und voilà, da ist mein Titel. Bis zum Ende war bisher allerdings keins meiner Bücher ohne Titel... bis auf Nafishur sind sie alle aber bis jetzt nur Arbeitstitel. Ich hoffe sehr, den Verlagen gefallen die Titel, die ich mir ausgedacht habe.

Frage Nummer 9:
Welche anderen Autoren liest Du selbst?
Antwort:
Ich habe da eine stetig wachsende Bibliothek. Meine Lieblingsgenre sind dabei Crime und Fantasy, aber es gibt auch ein paar Ausnahmen. Zwei dieser Ausnahmen sind Dr. med. Eckart von Hirschhausen und Bastian Sick. Meine Favoriten unter den Favoriten sind währenddessen Sir Arthur Conan Doyle und Agatha Christie sowie aus der Gegenwart u.a. Elizabeth George für das Crime-Genre und Cornelia Funke, Kerstin Gier und Tommy Krappweis für das Fantasy-Genre.

Frage Nummer 10:
Wenn Du ein Buch anfängst und das Ende geplant hast - kann es im Laufe des Schreibens passieren, dass Du das Ende umplanst? Oder hast Du nur eine grobe Übersicht was passieren soll?
Antwort:
Wie schon angedeutet, haben meine Charaktere ein recht intensives Eigenleben. Ich lasse ihnen ihre Freiräume, wenn man so will. Von einem anderen Ende lasse ich mich allerdings eher weniger überzeugen. Gerade bei Nafishur ist es so, dass die Geschichte auf zwei Mal sieben Bände ausgelegt ist. Ich kenne für alle diese Bände bereits mindestens die grobe Handlung. Und diese grobe Handlung muss gegeben sein, da sonst die ganze Reihe durcheinander geraten würde. Schon die beiden ersten Bände stellen Fragen, die erst in den beiden letzten beantwortet werden.

Frage Nummer 11:
Wie viel steckt von dir selbst in den Protagonisten?
Antwort:
Wenn ich es so bedenke, sicher viel. Und mit einem gedanklichen Blick auch auf die Figuren, die noch auf ihren Auftritt warten, würde ich sagen: Ich gebe jeder Figur (auch dem fiesesten Fiesling, nicht nur den Protagonisten) immer wenigstens eine Sache, ein Interesse, ein Talent, eine Eigenschaft mit, die ich mit ihr teile. Ich glaube, auf diese Weise kann ich immer wenigstens einen Teil dieser Figur nachvollziehen und mich genug in sie hineinversetzen, um ihr Handeln verstehen und so überzeugend vermitteln zu können.

Frage Nummer 12:
Über welches Genre schreibst du am liebsten?
Antwort:
Ich bin ein Fantasy- und ein Krimiautor. Was ich zu lesen liebe, das liebe ich auch zu schreiben. Es sind auch ein paar Abstecher zu fremden Ufern geplant; aber im großen und ganzen siedeln sich meine Geschichten alle in diesen Genre an – manche oder vielleicht sogar die meisten – mischen gern beide Genre miteinander.

Dankeschön für das Interview Mary Cronos.
Ich hoffe wir hören bzw. lesen noch viel von dir.
Schöne Grüße
Isabel

Bücher:
 
Nafishur Praeludium. Dariel
Nafishur Praeludium. Cara
Beide Bücher sind sowohl als Ebook als auch als Taschenbuch erhältlich. Auch gern direkt bei mir mit Widmung.

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***HUHU, ich freue mich sehr das du den Weg zu mir gefunden hast. Über einen Kommentar würde ich mich sehr freuen. Schöne Grüße Isabel***