Dienstag, 8. Dezember 2015

[Interview] Miriam Rademacher

Interview mit Miriam Rademacher

Hallo,
Danke dass du dir die Zeit nimmst für dieses Interview. Am besten wir fangen mal mit einer einfachen Frage an.

Frage Nummer 1:
Wie bist du zum Schreiben gekommen? Durchs lesen, oder war dir von Anfang an klar, dass du Schriftstellerin werden möchtest?
Antwort:
Schriftstellerin wollte ich schon werden, bevor ich richtig schreiben konnte. Meine ersten Geschichten habe ich gemalt. Aber liebe Menschen haben mir zu oft gesagt, dass man vom Schreiben nicht leben kann. Viele Jahre war ich nur ein Konsument des geschriebenen Wortes. Doch eines Nachts nahm ich einen Bleistift und fing einfach wieder an.

Frage Nummer 2:
Brauchst Du Ruhe beim Schreiben oder läuft Musik im Hintergrund?
Antwort:
Ruhe kriege ich in einem Haus mit meinem Ehemann, zwei Kindern, meinem Vater, zwei Hamstern, einem Hund und vielen Freunden, die hier ein- und ausgehen sowieso nie. Ich bin es gewohnt zu schreiben, während rund um mich herum das Leben tobt. Wenn es dann überraschenderweise doch einmal still wird, werde ich mir diesen seltenen Moment nicht durch Hintergrundmusi ruinieren.

Frage Nummer 3:
Bist du auch so ein Kaffee Trinker wie viele andere Autoren?
Antwort:
Nein, Kaffee macht mich wahnsinnig nervös. Schokolade ist mein bester Freund.

Frage Nummer 4:
Sind deine Protas reine Fiktion oder stehen Freunde/Bekannte sozusagen Pate?
Antwort:
Zu Beginn ist jede Figur reine Fiktion. Manchmal merke ich im Laufe der Zeit, dass sie anfängt irgendjemandem zu ähneln, den ich kenne. Das kann dazu führen, dass die Figur ihrem Paten immer ähnlich wird, muss aber nicht so sein.

Frage Nummer 5:
Wie sieht der Alltag einer Autorin aus?
Antwort:
Aufstehen, Kinder zur Schule jagen, den altersschwachen Hund durch den Wald schleifen…und dann klappe ich den Laptop auf. Dort begrüßt mich mein Hintergrundbild mit den Worten: „Etwas Neues, etwas Altes und ein bisschen Werbung….Los!!!“ Das trifft es ziemlich gut. Neue Ideen müssen festgehalten werden, Altes muss lektoriert und überarbeitet werden und ohne Öffentlichkeitsarbeit läuft eben gar nichts.

Frage Nummer 6:
Und gibt es bestimmte Dinge die dich zu deinen Büchern inspirieren?
Antwort:
Das alltägliche Leben ist Inspiration genug. Seit ein paar Jahren habe ich das Gefühl, ich muss nur durch meine Haustür treten und schon passiert etwas. Es ist wirklich so. Schriftsteller gehören nicht in ein stilles Kämmerlein, sondern an die frische Luft. Und wenn mir überhaupt nichts mehr einfällt, gehe ich gaaanz lange heiß duschen. Ich weiß nicht warum, aber Wasser über den Kopf laufen lassen, wirkt Wunder.

Frage Nummer 7:
Brauchst du zwischen den Büchern auch Pause oder kannst du gleich weiter schreiben?
Antwort:
Mal so und mal so. Manchmal ist es gut, Abstand zu einer Geschichte zu gewinnen, bevor man die nächste beginnt. Sonst kann die Stimmung in das neue Werk rüberschwappen. Aber manchmal ist das Ende einer Geschichte ein solcher Energieschub, da kann es nur gleich weitergehen.

Frage Nummer 8:
Wann kommst du auf den Titel des Buches? Am Anfang des Schreibens? Oder ganz am Ende? Oder vielleicht auch mittendrin?
Antwort:
Auch das ist sehr unterschiedlich. Je länger eine Geschichte ohne Titel ist, desto schwerer fällt es mir, einen auszusuchen. Auf einige Titel bin ich überhaupt nicht mehr gekommen. Da hatte der Verleger oder der Lektor den besseren zündenden Gedanken.

Frage Nummer 9:
Welche anderen Autoren liest Du selbst?
Antwort:
Agatha Christie ist einfach großartig, wenn ich gut unterhalten oder inspiriert werden will. Amelie Nothomb versetzt mich stets in ehrfürchtiges Staunen. Nancy Atherton und Kerstin Gier lassen mich lachen und weinen. Und wenn ich mich aus dem Gleichgewicht gebracht fühle, entstaube ich meinen geliebten Tiziano Terzani, der erklärt mir das ganze Leben.

Frage Nummer 10:
Wenn Du ein Buch anfängst und das Ende geplant hast - kann es im Laufe des Schreibens passieren, dass Du das Ende umplanst? Oder hast Du nur eine grobe Übersicht was passieren soll?
Antwort:
Zu Beginn habe ich einen Anfang, ein Ende und kleine Zwischenspiele. Da kann es schon einmal passieren, dass ein Charakter oder die Handlung sich selbstständig macht und das Ende nicht mehr passen will. Aber das macht nichts, ich bin da flexibel. Wenn ich eine Idee verwerfen muss, weil sie plötzlich nicht mehr in die Geschichte passt, dann verwende ich sie eben in einem anderen Projekt.

Frage Nummer 11:
Wie viel steckt von dir selbst in den Protagonisten?
Antwort:
Ich stecke in jedem meiner Protagonisten, sonst hätte ich sie wohl nicht erfinden können. Wieviel von mir in der Figur enthalten ist, ist sehr unterschiedlich. Wer meinen Roman „In den Wänden“ kennt, wird verstehen, dass ich mit der Figur des Derek Dreyer so wenig wie möglich zu tun haben will, nichtsdestotrotz entsprang er meinem Kopf. Alle anderen Figuren des gleichen Romans haben Eigenschaften, die ich auch mir selbst zuordnen kann, doch keine einzige Figur entspricht voll und ganz mir. Ich passe gar nicht in eine einzige Figur, denke ich manchmal.

Frage Nummer 12:
Über welches Genre schreibst du am liebsten?
Antwort:
Da mag ich mich wirklich nicht festlegen. Wenn mir danach ist, schreibe ich heute ein Kinderbuch. Oder morgen einen Krimi. Oder übermorgen einen Fantasyroman. All das macht Spaß und es gibt noch so vieles, was ich ausprobieren könnte.

Dankeschön für das Interview Miriam Rademacher.
Ich hoffe wir hören bzw. lesen noch viel von dir.
Schöne Grüße
Isabel

Bücher:


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***HUHU, ich freue mich sehr das du den Weg zu mir gefunden hast. Über einen Kommentar würde ich mich sehr freuen. Schöne Grüße Isabel***